Jean Vanier

Jean Vanier

Jean Vanier (10. September 1928 bis 7. Mai 2019) war einer der großen spirituellen Schriftsteller unserer Zeit. Er lebte zuletzt in Trosly-Breuil bei Compiègne/Frankreich.

Nach einer militärischen Laufbahn hatte Vanier Philosophie und katholische Theologie in Paris studiert. Er trug Verantwortung in einer studentischen Gemeinschaft, trat in Kontakt mit neuen christlichen Kommunitäten an der Seite der Armen und lebte an verschiedenen Orten als „Bruder aller“. Als Doktor der Philosophie übernahm er eine Dozentur in Toronto, begann jedoch bald darauf – 1964 – selber eine neue Form christlicher Gemeinschaft: Ihr Mittelpunkt sind Menschen mit geistiger Behinderung, die jeweils zusammen mit Assistenten (und unterstützt von einem Freundeskreis) eine Hausgemeinschaft bilden.

So entstand die „Arche“ (L’Arche), die sehr bald internationale und konfessionsübergreifende Gestalt gewann und heute weltweit über 150 örtliche Gemeinschaften umfasst. 1971 hat Vanier auch eine internationale Bewegung bzw. Gemeinschaft für von geistiger Behinderung betroffene Familien mitbegründet; sie trägt den Namen „Glaube und Licht“ (Foi et Lumière). Bekannt wurde die Arche unter anderem durch den Autor Henri J. M. Nouwen, der selber seit 1986 in einer Arche-Gemeinschaft lebte.

Nach jahrzehntelanger internationaler Vortragstätigkeit lebte Jean Vanier zuletzt wieder in der Arche-Gemeinschaft, mit der alles begonnen hatte, und beschränkte sich auf die spirituelle Begleitung seines Werks sowie von Menschen aus nah und fern. Neben vielen weiteren Auszeichnungen hat Jean Vanier 2015 den Templeton Prize erhalten. Die hochdotierte Auszeichnung gilt als einer der weltweit bedeutendsten jährlich verliehenen Preise für Verdienste rund um die Menschlichkeit und in Anerkennung der „spirituellen Natur des Lebens“. 

 

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