John Howard Yoder (1927–1997) studierte u. a. bei Karl Barth in Basel. Er wurde Dozent am Associated Mennonite Biblical Seminary in Elkhart (Indiana, USA), seit 1967 auch an der katholischen University of Notre Dame.

Der Theologe Stanley Hauerwas bezeichnete Yoder als den „wohl führenden amerikanischen Theologen und Ethiker der letzten fünfzig Jahre“; die Zeitschrift Christianity Today zählt ihn zu den einflussreichsten zeitgenössischen Theologen.

John Howard Yoder wurde wohl vor allem für seine Studie Die Politik Jesu bekannt – von Christianity Today auf Platz 5 der 100 wichtigsten theologischen Bücher des 20. Jahrhunderts gesetzt. So ist es kein Wunder, dass Autoren wie N. T. Wright, Shane Claiborne oder Brian McLaren auch von ihm inspiriert sind.

In den letzten Jahren gibt es eine verstärkte Auseinandersetzung mit Yoders sexuellem Fehlverhalten. Zwischen 1992 und 1996 fand zwischen ihm und seiner Kirche ein gemeinde-disziplinarischer Prozess wegen sexuellen Fehlverhaltens (in Wort und Tat) statt. Im Jahr 2014 – wohl auf anhaltenden Druck betroffener Frauen sowie deren Veröffentlichungen und Aussagen – beauftragte die Mennonite Church USA eine Arbeitsgruppe mit einer erneuten Evaluation der Handlungen Yoders.

Sie bestätigte, dass die Verfehlungen Yoders schwerwiegender waren als zuvor angenommen, dass sie auch verschiedene Aspekte von sexuellen Beziehungen einschlossen und dass mehr Frauen und über längere Zeiträume hinweg davon betroffen waren, als man bisher gedacht hatte.